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August Blanke

Steinforth

An der Brahe, 2 km nach deren Austritt aus dem Döpersee; weist Altertumsfunde auf. Der Name verdankt jedenfalls einer steinigen Furt im Fluß seine Entstehung.

Der Wortlaut der Verleihung läßt vermuten, daß das Dorf nach vorangegangener Vernichtung, ähnlich wie Eickfier, Lanken, Penkuhl u. a. Ortschaften, unter poln. Herrschaft neu erstanden ist. Es übergab nähmlich der Starost Melch. Weiher am 22. 2. 1631 (richtig am 22. November 1631) Mich. Büttner und Andr. Dorau "die Steinfortsche Stelle von 30 Hfn. damit sie aus rauher Wurzel ein Dorf erbauten." Sie sollten Schulzen sein, je 3 Hfn. erblich besitzen, einen Krug gründen, den 3. Groschen vom Gericht beziehen und die Freiheit haben, auf dem Döpersee mit kleinem Gezeug für sich zu fischen und den halben Fluß mit Säcken zu besetzen, jedoch ohne Hindernis der Fischerei und nicht zur Laichzeit. Von den Bauern sollte jeder 2 Hfn. erhalten und nach 8 Freijahren "von jedem Erbe 4 Fl.", hernach jährlich 5 Gldn. ans Schlochauer Schloß zahlen. Die Schulzen hatten für ihre Grundstücke je 10 Gldn. zu erlegen. 1632 bestätigte der Polenkönig dieses Privileg.

1761 überwies der Starost Mich. Kasim. Radziwill dem arbeitsamen Jak. Meyer einen wüsten Bauernhof, den solange der Untertan Erdm. Myschnick besessen, jedoch mit vielen Schulden belastet hatte. Meyer erhielt dazu 15 Mgn. "Sichtser Heide bei dem Gr. Bebersee". Er sollte jährlich 37 Gldn. steuern, dafür von sämtlichen Arbeiten frei bleiben.

Ein anderes Privileg von 1752 führte aus, wie der Krüger Bryska den Krug im Dorf "gänzlich desolieret" (verwüstet) und durch Schulden an den Schatz und an mehrere Leute das Recht auf den Besitz verwirkt hätte. Deshalb habe man nach altem Brauch den Krug taxiert und an den ehrbaren Paul Rudnick verkauft mit allen Freiheiten und den 15 Mgn. Krugland, wie es von altersher dazu gehörte. - 1828 schloß die Regierung zu Marienwerder mit dem Krüger Adam Rudnick einen Vertrag, wonach er auf das ihm zustehende Recht der Getränkefabrikation verzichtete gegen Erlaß des dafür jährlich zu zahlenden Kanons von 15 Tlrn. Das Krugland erhielt er zum Eigentum.

Die vor 100 Jahren erfolgte Gemeinheitsteilung schuf Abbauten, darunter die Kolonie Teerofenfier, die aber jetzt Zenger heißt, nach dem dabei belegenen Zengersee, der ungefähr 100 Mgn. groß ist.

Zur Kirche gehört die Ortschaft nach Flötenstein. Die Schule entstand 1817; bis dahin gingen die Kinder nach Gr. Peterkau zum Unterricht. Der erste Ortslehrer, Samuel Anderson, war ein Tuchmacher. Er verwaltete die Stelle bis 1856 in einem zur Schule umgewandelten Bauernhause. Unter dem Nachfolger, Blum, wurde der Schulraum durch Einbeziehung des Vieh- und Schweinestallraumes erweitert und 1874 die Halbtagsschule eingeführt. 1881 kam der Schulneubau zustande. Von Lehrern führt die Schulchronik noch an: Blumenthal, Berndt, Polte, Vitalis, Raddatz, Penner, Freitag, alias Piontkowski, Metzlaff, Wiese und seit 1927 Seiler.

Das Dorf zählt 210 Einw. bei einer Grundfläche von 1160,74 ha.

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