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Arno Wichmann

Schwessin

Eine guterhaltene Grabplatte neben der Schwessiner Kirche kündet von einem treuen Seelsorger: "Hier ruhet in Gott der weiland wohlehrwürdige und wohlgelahrte Herr, Herr Christian Wilhelm Zoebe, gewesener 43jähriger Prediger allhir zu Schwessin, ist gebohren zu Landsberg an der Warthe im Jahre 1676 im Monath October. Er hat sein Amt mit aller Truven verwaltet und seinen Lebenswandel im Glauben und Gottseeligkeit geführet und hat endlich seinen Lauff seelichlig vollendet den 9ten Februar anno 1752." In seine Amtszeit fällt die Königliche Verordnung, die Kirchenvisitationen durch den Präpositus (seit 1806 Superintendent) einführt. Dieser hat am Sonntag, dem 24. 10. 1734, "mit der in der Kirche versammelten Gemeinde eine Untersuchung in ihrem Christentum, was die davon vor einen Begriff gefasset, vorgenommen. Wie denn immer derselbe des Pastoris bezeigten Fleiß wirklich verspührt, daß ihn auch Gott darin nicht ohne Segen gelassen, indem die Befragten teils mit Antworten, teils mit Aufschlagung der Sprüche in der Bibel ihre Erkenntnis an den Tag gaben." Im Jahre 1736 brannte das Pfarrhaus nieder, wurde aber vom Pastor sogleich wieder erbaut. Fünfzig Jahre später berief der Königliche Kriegsrat von Massow Johann Wittcke als Pastor nach Schwessin. Dieser wurde 1787 in Schwessin mit Sophie Geiß, Tochter des Kaufmanns Geiß in Rummelsburg getraut und starb 1829 in Rummelsburg. Ein Johann Friedrich Geiß in Rummelsburg war als Besitzer von Darsen einer seiner Patrone. Unter Wittcke wurde 1789/90 die jetzige Kirche neugebaut; nur Turm und Kanzel verblieben von der alten Kirche. Lüdecke, 1828-1868 Pastor in Schwessin, weiß von dem Wildreichtum des Neu Schwessiner Waldes zu berichten: "Auch Wölfe fanden sich. So erzählte mir mein Vorgänger im Amt, daß die Wölfe ihm eines Nachts viele Schafe aus dem Stalle geholt und damit über den Deeper See, der zugefroren gewesen, abgegangen seien." Ursprünglich war die Parochie Schwessin viel größer als heute. Im Jahre 1885 wurden Peterkau und Heidemühl, 1896 Darsen von Schwessin getrennt. Heute wird Schwessin von Rummelsburg II verwaltet.

Deeper See

Deeper See, 2001

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